Testbericht – Sigma 18-35mm F1,8 DC HSM | Art

Testbericht – Sigma 18-35mm F1,8 DC HSM | Art

Sigma 18-35mm f/1.8 ART
Sigma 18-35mm f/1.8 ART

Die Sigma ART-Reihe

Sigma führt unter der Art-Linie die besten Objektive des Unternehmens. Viele ART-Objektive werden hoch gelobt für deren Abbildungsleistung sowie Qualität der Hardware als solches. Galten Sigma-Objektive eher als Qualitativ schlecht, konnte die ART-Serie einiges zum guten Wenden.

Sigma 18-35mm f/1.8 ART

Bei der Veröffentlichung sorgte das Objektiv für einige Aufmerksam, schliesslich war es das erste Zoom-Objektiv mit einer solch grossen und durchgehenden Blende. Das Objektiv ist nur für die ASP-C Kameras (bei Nikon DX genannt) gedacht. Grundsätzlich könnt ihr es aber auch einem Fullframe Body verwenden, die Kamera wird dann automatisch auf den kleineren Bildbereich und somit die kleinere Auflösung umstellen.

Das Objektiv ist 12.2 cm lang, hat einen Durchmesser von 7.9 cm und ein Filtergewinde von 72mm. Mit rund 810 Gramm ist es sicherlich kein Leichtgewicht, fühlt sich aber sehr hochwertig an. Das Sigma balanciert sich sehr gut mit dem Kamera-Body aus, so hatte ich es auf einer zweiwöchigen Japan Reise praktisch non-stop an meiner Nikon D7100 dran und empfand das Gewicht nie als störend. (Nicht wie etwa das 1.5kg Nikon 70-200mm f/2.8) Der Zoom- und Fokusring haben beide einen sehr angenehmen und gleichmässigen Wiederstand der sich natürlich anfühlt

Brennweite

Die Brennweite von 18-35mm entspricht auf Kleinbild umgerechnet 27-52.5mm. Der „Zoom-Faktor“ liegt gerade einmal bei 1.944 was anfangs als sehr wenig erscheint. Auf meiner genannten Japan-Reise hatte ich jedoch nicht das Gefühl dadurch stark eingegrenzt zu sein. Falls ich mehr Brennweite wollte, ging es nicht um 50mm sondern eher auf die 150-200mm zu, da wäre man dann entweder bei einem Superzoom oder eben bei einem zweiten Objektiv.

Abbildungsleistungen

Bei der Abbildungsleistung findet man entweder Labor-Werte wie z.B. jene von DXOMark oder man verlässt sich auf die Einschätzungen aus der Praxis. Für mich spielen am ehesten folgende Faktoren eine Rolle:

  • Bildschärfe im Zentrum / am Rand
  • Flare (komische Flecken aufgrund der Sonneneinstrahlung oder anderer Lichtquellen)
  • Bokeh

Die weiteren Faktoren wie Chromatische Aberration, Verzerrung und Vignettierung kann man mit einer guten Fotosoftware (z.B. Lightroom) mit wenigen Klicks beseitigen. Sofern hier nicht extreme Werte erreicht werden, achte ich daher nicht so sehr darauf.

Somit folgen hier einige Beispielbilder, welche euch die Leistung des Objektivs näher bringen sollen.

Crop mit Blenede 1.8
Bokeh mit Blenede 1.8
Bokeh mit Blenede 3.5
Crop mit Blenede 3.5
Tolle Farbwiedergabe

Feinabstimmung der Fokussierung / Sigma USB-Dock

Bei all dem Lob gibt es aber weiterhin ein Punkt, den man bei Sigma-Objektiven weiterhin bemängeln muss: Die Feinabstimmung des Fokus.
Mein Sigma 18-35mm f/1.8 ART (Nikon Version) hatte anfangs leider immer einen leichten Backfokus. Das heisst, wenn ich auf etwas in einem Meter Entfernung fokussiere, lag der Fokus eher bei ca. 1.1 Metern Entfernung. In der LiveView tritt dies nicht auf.

Von dem Problem berichten viele, wichtig ist aber, dass es eine Lösung gibt: Der Sigma USB-Dock für Nikon (andere Versionen ganz unten) erlaubt es einem, die Fokussierung manuell anzupassen bzw. zu korrigieren. Ebenfalls kann mit dem Sigma USB-Dock auch die Firmware auf dem Objektiv aktualisiert werden.

Um die Fokussierung eines Objektivs zu testen sowie für die Anpassung verwenden einige, unter anderem ich, den SPYDERLENSCAL von Datacolor. Für nicht einmal einen 30igstel des Preises gibt es aber eine deutlich günstigere Alternative: Lens Focus Calibration Tool Alignment Ruler Folding Card von DSLRKIT.

Für die Anpassung habe ich ca. 30 Minuten gebraucht, danach war ich vollends zufrieden mit der Fokussierung. Der Autofokus ist schnell und sehr präzise und verlässlich.

Fazit

Die Kombination aus Blende 1.8, tollem Bokeh, super Bildschärfe, 1A Farbwiedergabe und gute Resistenz gegen ärgerliche Lens-Flare ist immer eine Empfehlung wert. Wenn das ganze nicht von einer Festbrennweite, sondern einem Zoom Objektiv kommt umso mehr.

Gerade in den Ferien war ich froh, musste ich nicht zwei Festbrennweiten (20mm und 35mm) mitnehmen und immer auswechseln.

Das Sigma 18-35mm f/1.8 ART bietet einem eine Festbrennweiten Leistung mit einem 2-Fach Zoom an. Das Objektiv hat daher aus meiner Sicht ganz klar eine Kaufempfehlung verdient.

Andere Versionen

Neben dem Nikon-Anschluss gibt es das Objektiv noch für folgende Hersteller:

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