Wie fotografiere ich ein Feuerwerk? (1. August Spezial)

Wie fotografiere ich ein Feuerwerk? (1. August Spezial)

Bald feiert die Schweiz wieder ihren Nationalfeiertag, den 1. August.

Und wie könnte es auch anders sein, wird es auch dieses Jahr wieder viel Feuerwerk geben. Ein Feuerwerk zu fotografieren ist jedoch nicht ganz einfach, daher möchte ich hier einige Tipps geben.

Stativ

In vielen Bereichen der Fotografie bekommt man auch ohne Stativ tolle Fotos hin, notfalls bedient man sich z.B. einer Steinmauer oder verlässt sich auf den guten Bildstabilisator. Bei Feuerwerken arbeiten wir aber im sehr dunkeln und müssen stark gegen oben geneigt aufnehmen.

Daher ist es sehr von Vorteil, wenn ihr über ein Stativ verfügt. Es muss natürlich nichts extravagantes wie ein Gitzo GT3541L sein, ein Rollei C5i Aluminium, Manfrotto Befree oder MeFoto GlobeTrotter reichen gut aus. 

Kamera

Entgegen der Erwartung vieler benötigst du keine Profi-Kamera um ein Feuerwerk aufzunehmen.
Wichtig sind meiner Ansicht nach manuelle Einstellmöglichkeiten (Insbeondere Belichtungszeit und ISO).

Objektiv

Welches Objektiv du mitnimmst hängt natürlich ein wenig von deinem Standort ab.
Idealerweise nimmst du Zoom-Objektive im Bereich von 24-200mm mit (z.B. 24-70mm und 70-200mm) (jeweils KB equivalent. An einer DX/ASP-C Kamera wäre dies 18-135mm)

Weitere Ausrüstung

  • Fernauslöser – Sicher kein Pflicht, kann aber sehr nützlich sein, falls du im Bulb-Modus fotografieren möchtest
  • Ersatzakku – Immer sinnvoll, speziell bei kühleren Temperaturen geht der Akku-Stand schnell runter.
  • Taschenlampe – Immer wieder nützlich falls du einen Kamera-Button suchst (Handy-Display tut es auch)

Einstellungen

Offeriert deine Kamera einen Szenenmodus für Feuerwerk? Toll! Benutz den um herauszufinden welche Einstellungen die Kamera wählt. Für das eigentliche Feuerwerk würde ich nicht unbedingt den Modus wählen, es kann aber ein guter Ausgangspunkt sein für deine Einstellungen.

Aber was wählen wir sonst? Blendenpriorität? Zeitpriorität? Ich schlage vor, komplett in den manuellen Modus zu wechseln. Weshalb? Ganz einfach: Bei einem Feuerwerk haben wir schnell wechselnde Lichtverhältnisse. Zuerst ist es komplett dunkel, dann zischt eine/zwei/drei Rakete(n) hoch, hinterlassen dabei allenfalls einen Lichtschweif und dann kommt die grosse Lichtkugel.

Hast du nun in einem automatischen Modus abgedrückt, als die Rakete nach oben flog, nimmt die Kamera diesen Zeitpunkt als Ausgangspunkt an. Bei der Lichtkugel wird die Kamera dann vom hellen Licht überrascht und dein Bild wird überbelichtet. Dies lässt sich auch im Post-Processing am PC kaum mehr beheben. (während aufhellen weniger problematisch ist).

Aber was wählt man als Ausgangspunkt? Wie gesagt kannst du schauen, was der Feuerwerks-Szenenmodus der Kamera dir vorschlägt. Wenn du keinen solchen hast, gehe von folgenden Einstellungen aus: f/8, 3 Sekunden Belichtungszeit und ISO 200-400. Mache damit kurz vor dem Feuerwerk ein Testfoto und schau dir an, wie es aussieht. Je nach Uhr- und Jahreszeit wird es etwas zu hell oder zu dunkel sein. Pass die Einstellungen so an, dass die Umgebung auf dem Foto noch dunkel ist, aber bereits Umrisse und einige Details erkennbar sind.

3 Sekunden lang belichten? Ja! 3 Sekunden sind aus meiner Sicht ideal. Viel kürzere Belichtungszeiten frieren die Bewegung zu stark ein, du wirst das Feuerwerk dann nicht so sehen, wie du es in echt gesehen hast. Länger hingegen ist ebenfalls problematisch und führt schnell zu Überbelichtungen. Bei 3 Sekunden hast du aber die Chance auch ab und an mehrere Raketen gleichzeitig auf dem Bild zu haben.

Und denk daran: Nachträgliches Aufhellen ist deutlich einfacher und schöner möglich, als nachträgliches Abdunkel eines Bildes. (Sofern du in Raw fotografierst ist aufhellen relativ unproblematisch)

Fokussieren

Dein Autofokus sucht zu lange und du verpasst dadurch die Raketen? Dann fokussiere vorgängig manuell und deaktiviere den Autofokus. Die Raketen werden meist im ca. selben Bereich aufsteigen.

Bild-Komposition nicht vergessen

Was du nicht vergessen solltest ist die Bildkomposition. Meist ist es schöner, wenn du noch etwas vom Vordergrund auf dem Bild hast und nicht nur das Feuerwerk selbst. In Zürich kann das beispielsweise das Gross- oder Fraumünster mit der Limmat sein, welches du vor dir hast und weiter hinten dann das Feuerwerk.

Auch hier lohnt es sich, vorgängig einige Testfotos zu machen auf welchen du die Details siehst.

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