RAW oder nicht RAW, das ist hier die Frage

RAW oder nicht RAW, das ist hier die Frage

Herzlich Willkommen zur Millionsten Ausgabe des RAW vs JPG Wettkampfs!

Die Frage, über welche jeder Digital-Fotograf mal stolpern wird, ist im Internet und in Magazinen schon tausendfach beantwortet worden. Weshalb schreibe ich trotzdem noch einen Artikel dazu? Weil es eben keine Ja/Nein Antwort gibt und ich daher gerne meine Meinung und meine Erfahrung zum Thema beschreiben möchte.

Was ist RAW?

Du bist erst jetzt auf den Begriff RAW gestossen? Oder du hast schon davon gehört, hast aber keine Ahnung was es ist? Kein Problem, dafür ist genau dieses Kapitel gedacht.

Bei RAW handelt es sich um eine Aufnahme Art von Kameras (bei Kompaktkameras nur selten verfügbar) welche alle Rohdaten zur Aufnahme ablegt. Dies im Gegensatz zu JPEG-Aufnahmen wo nur das interpretierte und komprimierte Bild abgelegt wird.

RAW ist jedoch kein offizielles Dateiformat. Je nach Kamera, ja gar je nach Model, unterscheiden sich die Daten. Um die Daten verarbeiten zu können ist daher ein RAW-Konverter notwendig (z.B. in Lightroom integriert) Gemeinsam bleibt aber, dass viel mehr Daten gespeichert werden als es bei einer JPEG-Aufnahme der Fall ist. Dadurch wird auch eine einzelne Datei einiges Grösser. (Vergleich eines Bildes von meiner Nikon D750: JPG-Fine: 13.8 MB  RAW: 26.6 MB)

Die Einstellungen findest du im Kamera-Menü im Normalfall bei der Aufnahmequalität. Teils Kameras, wie die Nikon D7100 oder D750 bieten auch an die RAW-Datei auf der Speicherkarte 1 abzulegen und die selbe Aufnahme als JPEG auf der Karte 2.

Vorteile von Raw

  • Vorteile:
    • Weissabgleich: Bei RAW-Aufnahmen kannst du den Weissabgleich im nachhinein verlustfrei anpassen. Hat z.B. deine Kamera den Sonnenuntergang als Kunstlicht eingestuft und die Aufnahme dadurch farblich falsch abgebildet, kannst du das in der Nachbearbeitung problemlos anpassen.
    • Farbtiefe: JPEG bietet lediglich 8 Bit Farbtiefe, das heisst pro Farbkanal 256 Abstufungen. Beim RAW-Format können dagegen 10,12, 14 oder gar 16 bit verwendet werden. (z.B. D750 mit 12-14bit pro Farbkanal)
    • Aufhellen: Die genauere Abstufung bei den Farben bedeutet auch, dass ihr mehr Möglichkeiten habt ein zu dunkles Bild aufzuhellen.
  • Nachteile:
    • Dateigrösse: Wie oben kurz erwähnt sind RAW-Dateien immer grösser als die JPG Dateien.
    • Nachbearbeiten: Es ist zwingend eine Nachbearbeitung notwendig. So kann kein Browser ein RAW-Bild direkt anzeigen, JPG hingegen problemlos. Auch Instagram/Facebook/Twitter und co. unterstützen JPG nicht direkt, ihr müsst das Bild zuerst „entwickeln“ und als JPG abspeichern.

Vergleich bei Bildaufhellung

Wie bereits erwähnt, ist bei RAW-Aufnahmen deutlich mehr drin falls ihr ein Bild aufhellen müsst.

Folgend habe ich ein Bild bewusst zu dunkel aufgenommen (-5 EV). Dies hat meine D750 einmal als JPG und einmal als RAW abgelegt. Anmerkung: Die unten gezeigten Aufnahmen sind auf ca. 1.5 der 24 MP zugeschnitten.

Zuerst die Originalaufnahme: (Wenn ihr nur wenig erkennt ist das durchaus korrekt, ich habe extra dunkel belichtet)

 

Nun das um 5EV aufgehellte JPG:

Und nun noch das um ebenfalls 5EV aufgehellte RAW:

Das JPEG Bild wirkt etwas blauer, verrauschter und hat einige Farbabweichungen. Das RAW hingegen wirkt aufgehellt deutlich besser. Und Achtung: 5EV ist ein massiver Eingriff. Anstatt der 1/15s hätte ich das Bild ganze 2.13 Sekunden belichten müssen um ohne Nachbearbeitung die selbe Helligkeit zu erreichen. Das wäre freihändig nicht mehr möglich gewesen. (32* so lange belichten.

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